Notizen eines Flugsimulations-Enthusiasten

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Flüge auf den Strecken zwischen China und Japan überqueren Südkorea, unterliegen aber nicht südkoreanischer Verwaltung? Muss Korean Air sogar noch „Maut“ an China zahlen?

Vor zwei Jahren habe ich einen Artikel über nach Autos und Lebensmitteln benannte Wegpunkte geschrieben und einige interessante Namen von Navigationspunkten vorgestellt. Darin wurde ein Abschnitt der Strecke zwischen China und Japan erwähnt, der südlich der Insel Jeju liegt: Im „AKARA Fukai Luftkorridor“ werden Namen wie Ramen und Lauch für Wegpunkte verwendet.

(Der grüne Bereich oben auf dem Bild ist die Insel Jeju)

Kürzlich bin ich auf diesen Artikel gestoßen: 韓国の空を35年間も中国と日本が管制 中国は通行料の徴収も. Er erklärt, dass der AKARA Fukai Luftkorridor zwar durch die Fluginformationsgebiete FIR von China, Korea und Japan führt, aber beim Überflug nicht von der koreanischen Flugsicherung kontrolliert wird, was die Koreaner sehr ärgert.

Noch interessanter ist, dass sogar koreanische Fluggesellschaften, die ihren eigenen Luftraum überfliegen, Gebühren an die chinesische Flugsicherung zahlen müssen – zum Beispiel zahlt Korean Air jährlich 12 Millionen US-Dollar, was wirklich eine seltsame Sache ist.

Schauen wir uns diese Strecke genauer an. Zuerst die Karte in der Nähe des Wegpunktes „Ramen/LAMEN“: Man sieht, dass westlich von LAMEN das chinesische Fluginformationsgebiet ZSHA/SHANGHAI und östlich das koreanische RKRR/INCHEON liegt.

Jetzt die Karte in der Nähe des Wegpunktes „Fleisch/ONIKU“. Die Grenze ist schräg verlaufend: Links liegt das koreanische Fluginformationsgebiet RKRR/INCHEON, rechts das japanische RJJJ/FUKUOKA.

Aber warum gehört der 257 Kilometer lange Streckenabschnitt zwischen LAMEN und ONIKU zum Luftraum der koreanischen Incheon FIR, wird aber direkt von China und Japan verwaltet? Es gibt dafür einen historischen Grund.

1983 wurde der AKARA Fukai Luftkorridor zwischen China und Japan eingerichtet, hauptsächlich für Strecken von verschiedenen japanischen Flughäfen nach Shanghai. Zu diesem Zeitpunkt hatten China und Korea keine diplomatischen Beziehungen (sie nannten sie Südkorea, die Hauptstadt hieß nicht Seoul, sondern Hancheng, und die beiden Länder befanden sich noch in einem feindseligen Verhältnis, oder?). Zwischen den beiden Ländern konnte kein Kommunikationssystem aufgebaut werden, sodass eine Übergabe der Flugkontrolle nicht möglich war. Schließlich entschied die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) durch Schiedsspruch, dass diese Strecke direkt zwischen China und Japan verwaltet wird.

Außerdem wurde die Incheon FIR 1963 gegründet, während die Volksrepublik China der ICAO erst 1975 beitrat. Damals gab es Diskussionen darüber, einen Teil der koreanischen FIR an die chinesische Shanghai FIR zu übertragen, aber Korea wollte sein Fluginformationsgebiet nicht verkleinern, also wurde der Status quo beibehalten. Als der AKARA Fukai Luftkorridor eingerichtet wurde, wog Korea wohl zwischen Kontrollrechten und Luftraum ab und entschied sich letztlich, auf die Flugkontrolle zu verzichten.

Daher wird der Luftraum in einem Bereich von 99 Kilometern westlich von Incheon von der chinesischen Seite verwaltet. Fluggesellschaften, die hier durchfliegen, müssen Gebühren für die Navigation und Kontrolle an die chinesische Verwaltung zahlen. Das erklärt, warum Flugzeuge von Korean Air auf Strecken nach Südostasien, die diesen Abschnitt überfliegen, immer noch an China zahlen müssen.

Aus der Sicht der Flugsicherheit stellt sich bei so einem kurzen Streckenabschnitt die Frage: Wenn schlechtes Wetter einen Kurswechsel oder eine Änderung der Flugflughöhe erfordert, an welche Flugsicherung muss man dann die Anfrage richten? Bei einer Streckenlänge von nur gut zehn Minuten im schnellen Reiseflug ist es sicher kein sicheres Szenario, gleichzeitig Ausweichmanöver gegen gefährliches Wetter zu fliegen und mit den Flugsicherungsbehörden von drei Ländern zu verhandeln.

Beim Flugbetrieb steht Sicherheit selbstverständlich an erster Stelle, also lassen Sie die Koreaner es lieber erdulden – so fühlen wir Passagiere uns auch etwas sicherer, nicht wahr?

Update: Ergänzung aus dem chinesischen Luftfahrt-Handbuch (AIP)