Flughafen Saga veröffentlicht neues RNP-AR-Anflugverfahren
Vor mehr als zwei Jahren habe ich die komplexen Anflugverfahren auf den Flughafen Saga vorgestellt. Beim ILS RWY29-Verfahren muss man in 5000 Fuß Höhe über den Flughafen fliegen und dann eine fast 180-Grad-Kurve machen, um landen zu können.
Bei der Landung auf RWY11 ist es noch aufwendiger, da es kein ILS gibt; man muss eine Platzrunde fliegen und sich etliche Male im Kreis drehen, um schließlich zu landen.
Doch als ich sah, dass auf den AIP-Seiten neue RNP-AR-Anflugverfahren angekündigt waren, wurde ich hellhörig: Diese Verfahren nutzen die Flexibilität von RF-Segmenten (Radius-to-Fix) und sind wirklich interessant.
Schauen wir uns zunächst RNP AR RWY29 an: Der Initial Approach Fix IAF beginnt am Waypoint OMUTA, in 5000 Fuß Höhe; bei FS950 beginnt der Sinkflug, und am Intermediate Approach Fix IF beim Punkt MUPPY geht es in ein RF-Segment – eine Kurve fast im Kreis über dem Meer mit kontinuierlichem Sinkflug bis zum Final Approach Fix FAF bei FS952 in 1600 Fuß Höhe.
Auch der Endanflug verläuft weiter auf einem gekrümmten RF-Kurs. Die Decision Height liegt bei 306 Fuß – erstaunlicherweise 100 Fuß höher als beim ILS-Anflug, was mich überrascht hat. Doch im Vergleich zu den früheren Verfahren werden nicht nur die Lärmbelastung am Boden deutlich reduziert; dank RNP AR sparen die Fluggesellschaften vermutlich auch eine Menge Kerosin.
Für Passagiere ist es spektakulär: Egal, links oder rechts sitzend – bei gutem Wetter genießen sie über der Ariake-See eine fast 360-Grad-Rundschau. Das ist wirklich ein Erlebnis.
Noch einmal: RNP AR RWY11. Dieser Kurs ist sehr gut nachvollziehbar, ebenfalls mit einer DH von 306 Fuß; bei schlechtem Wetter ist das deutlich einfacher als die bisherige Methode.
Die großen Kurven mögen für Flugzeugfans spaßig sein, für normale Passagiere ist das dann doch etwas zu viel Action.