Geheimnisse des Cockpits 6.8: Verfahren nach der Landung
Im vorherigen Abschnitt haben wir geschrieben, dass das Flugzeug seine Geschwindigkeit über Grund auf unter 10 Knoten reduziert hat, um die aktive Runway zu verlassen. Zu diesem Zeitpunkt sollte der Tower auch die Anweisungen zum Rollen zum Gate erteilen. Weiterhin am Beispiel des Fluges Air System 115: Tower: “Air System 115, Turn Right B9, Taxi Down Runway 19L, A10” Pilot: “Right, B9, Taxi Down Runway 19L, A10, Air System 115” Die Route lautet hier: Rechts abbiegen an der Ausfahrt B9, entlang der Runway 19L bis zur Ausfahrt A10 rollen.
Unmittelbar darauf weist der Tower erneut darauf hin, die Bodenkontrolle (Ground) auf der Frequenz 121,6 MHz zu kontaktieren: Tower: “Air System 115, Contact Ground 121.6” Pilot: “121.6, Air System 115”
Der Pilot stellt das Funkgerät nun auf 121,6 MHz ein und meldet sich bei der Bodenkontrolle: Pilot: “Chitose Ground, Air System 115, A10, Spot 16” Ground: “Air System 115, Ground, Taxi to Spot 16 Via H6, T2” Hier gibt die Bodenkontrolle dem Piloten die Route zum Spot 16: von A10 weiter über die Ausfahrten H6 und T2. Daraufhin wiederholt der Pilot die Route, “H6, T2 to Spot 16, Air System 115” Damit sind die Funkgespräche für diesen Flug im Wesentlichen abgeschlossen.
Die Bedienung des Flugzeugs beim Rollen am Boden wurde bereits in 2.5 Operationen beim Rollen am Boden erläutert, weshalb wir dies hier nicht wiederholen. Stattdessen fassen wir das Verfahren nach der Landung zusammen.
Zuerst bewegt der Kapitän den Hebel für die Störklappen (Speedbrake) in die Position DOWN (Unten), wodurch die ausgefahrenen Störklappen an den Tragflächen eingefahren werden.

Wenn der Kapitän das Einfahren des Störklappenhebels ankündigt, beginnt der Copilot seine Durchläufe auf seiner Seite:
Verstellen des Landeklappenhebels in die Position UP (Eingefahren);

Starten des APU-Schalters am Overhead-Panel (im Bild unten Position 13, den Schalter auf START drehen und loslassen; er dreht sich zurück und verbleibt in der Position ON);
Ausschalten der Schalter für die Heizung der Sonden (im Bild unten Position 51) am Overhead-Panel auf OFF;
Ausschalten der Landescheinwerfer; der Schalter für die Stroboskopleuchten wird auf STEADY gestellt (der Schalter unten links im Bild). STEADY bedeutet, dass die Stroboskope ausgeschaltet sind, aber die Positionsleuchten des Flugzeugs weiterhin leuchten;
Ausschalten (OFF) der Motorstartschalter (im Bild unten Position 71);

Ausschalten (OFF) des Wahlschalters für die Automatische Bremse;

Einstellen des Moduswahlschalters des Transponders von TA/RA auf STBY.
Zudem muss der Kapitän das Wetterradar ausschalten. Die vom Wetterradar ausgestrahlten Radiowellen sind für den menschlichen Körper sehr schädlich und müssen rechtzeitig abgeschaltet werden, um zu vermeiden, dass Bodenpersonal gescannt wird.
Auf der Website des China Confidential Aviation Safety Reporting System SCASS (Confidential Aviation Safety reporting System) wurde bereits ein Bericht eines Bodenmechanikers gefunden: “Flugzeug AA B-XXXX, das Radar war nicht ausgeschaltet. Den bestrahlten Personen traten Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Schwäche und Schläfrigkeit auf.” Die Antwort von SCASS lautete: “Dies ist ein Vorfall, bei dem Personal aufgrund eines nicht ausgeschalteten Radars Strahlung ausgesetzt war und körperliche Beschwerden bekam. Es wird empfohlen, dass SCASS solche Fälle den zuständigen Stellen und der Behörde meldet, um Flugpersonal dazu anzuhalten, strikt nach den Shutdown-Prozeduren zu operieren. Zudem wird empfohlen, dass das Bodenpersonal sein Selbstschutzbewusstsein stärkt, bei ähnlichen Problemen sofort meldet und betroffene Personen informiert.” Solche Vorfälle sollten absolut nicht passieren, weshalb die offizielle Reaktion auch entsprechend streng ausfiel.
Nach dem Start der APU kann die Stromversorgung des Flugzeugs von den Triebwerken auf die APU umgeschaltet werden. Daher ist auch nach dem Abstellen der Triebwerke die Stromversorgung für Instrumente und Beleuchtung an Bord gewährleistet.
Damit ist das Verfahren nach der Landung abgeschlossen. Als Nächstes führt der Pilot das Andockprozedere durch.
Ende