Notizen eines Flugsimulations-Enthusiasten

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X-Plane ATC-Systemhandbuch-6

Spezielle Startsituationen

X-Plane bietet einige spezielle Startsituationen an, die keine direkte Entsprechung in der realen Welt haben, wie zum Beispiel den Start in der Luft (“Air Start”) und den Start auf der Piste (“Runway Start”). In der Realität würden Sie nicht in ein Flugzeug steigen, das bereits auf einer aktiven Piste steht, daher gelten diese Flüge aus Sicht der Flugverkehrskontrolle (ATC) als bereits im Betrieb befindlich.

Bei einem Start von der Piste werden Sie, wenn der Flughafen einen Fluglotsen verfügt, von diesem übernommen, da ein Flugzeug normalerweise nicht ohne Erlaubnis des Towers auf einer aktiven Piste stehen darf. In dieser Situation gelten Sie als zum Start freigegeben, auch wenn es sich um einen ungeplanten Flug handelt. Da im Hauptmenü kein Flugplan eingegeben werden kann, ist dieser Zustand logisch: Sie befinden sich bereits auf der Piste und müssen daher für den Start freigegeben werden, aber die ATC kennt Ihre Route.

Wenn Sie das ATC-System nicht nutzen möchten, können Sie in diesem Fall einfach abheben und frei fliegen. Der Tower wird sich nicht bei Ihnen melden, und es gibt keine Strafen oder Hinweise; Sie können die ATC völlig ignorieren. Wenn Sie einen Flugplan abgeben möchten, können Sie diesen über das ATC-Menü eingeben und wie gewohnt die Startfreigabe erbitten. Der Tower wird die Startfreigabe an Ihrem Plan ausrichten. Diese Option gilt jedoch nur für Starts von der Piste, nicht für normale Starts am Gate (Vorfeld) und anschließendes Rollen zur Piste.

Wenn Sie nach einem Start von der Piste einen ungeplanten Flug fortsetzen möchten und den Flugverkehrsdienst während des Fluges nutzen wollen, müssen Sie den Tower kontaktieren, bevor Sie die Nähe des Flughafens verlassen. Dieser Vorgang benachrichtigt das System darüber, dass Sie die ATC-Dienste nutzen möchten. Wenn Sie nicht mindestens einmal Kontakt aufnehmen, um sich für die ATC-“anzumelden”, wird der Tower Sie gar nicht erst an die Flugsicherung übergeben.

Wenn Sie sich für einen Start in der Luft entscheiden und in Ausrichtung auf die Piste beginnen (z. B. “3 NM von der Piste entfernt” oder “10 NM von der Piste entfernt”), werden Sie zu Beginn vom Turm des Zielflughafens übernommen. Anschließend können Sie wie gewohnt Anfragen stellen, meistens eine Landeerlaubnis oder die Weitergabe an den entsprechenden Sektor (Area Control). Natürlich können Sie die ATC auch hier, wie beim Start von der Piste, völlig ignorieren; das System wird keine weiteren ATC-Hinweise senden.

Ankunft auf Flughäfen ohne Towersicherung

In X-Plane können Sie Flughäfen ohne Towersicherung oder Flughäfen, die nur von einem Fluginformationsdienst (FISO) betreut werden, unabhängig vom Flugplan als Ziel wählen. Wenn Sie einen Flugplan eingereicht haben, werden Sie vom Bereichs- oder Anfluglotsen in die Nähe des Zielflughafens geleitet und erhalten weitere Anweisungen. Wenn es sich um einen ungeplanten Flug handelt und Sie den Flugverkehrsdienst nutzen, müssen Sie den Lotsen in einer angemessenen Entfernung zum Zielflughafen (normalerweise 15-20 Meilen oder näher) bitten, Sie auf die Frequenz des Ziels zu wechseln.

Bei Flughäfen mit FISO müssen Sie diese aktiv kontaktieren und eine Landung erbitten, da keine Datenverbindung zu einem zentralen ATC-System besteht. In der Realität hätten Sie möglicherweise schon vor dem Flug Kontakt mit ihnen aufgenommen und sich angekündigt; dies wird als “PPR” (Prior Permission Required – vorherige Erlaubnis erforderlich) bezeichnet.

Bei Flughäfen ohne Towersicherung müssen Sie sich selbst zur Landung navigieren. Bitte beachten Sie, dass UNICOM im Simulator derzeit nicht implementiert ist.

Interaktion mit Drittanbieter-KI-Systemen

Derzeit kann der Simulator nicht direkt mit durch Plugins bereitgestellten KI-Flugzeugen interagieren. Wenn ein Plugin TCAS-Daten liefert, kann der Simulator Typ und Position dieser KI-Flugzeuge kennen, aber nicht ihre Absichten. In bestimmten Fällen wird der Simulator versuchen, die Bewegungen der externen KI zu interpretieren und Sie vor Annäherungen zu warnen. Zudem berücksichtigt der Simulator bei Entscheidungen über die Nutzung aktiver Pisten das dynamische Verhalten der KI, sofern diese erkannt werden kann.

Die ATC sendet jedoch keine Anweisungen an externe KI, da diese nicht auf Anweisungen reagieren können.

Bodenbedienungs-Dialog

Der Bodenbedienungs-Dialog (Ground Operations Dialog) ermöglicht es Ihnen, vor dem Start mit Dienstleistungen zu interagieren. Wenn Sie das Schieben (Pushback) anfordern, wird der Initialruf per Funk an den am besten geeigneten Lotsen des Flughafens gesendet, normalerweise an den “Boden”-Lotus (Ground), sofern vorhanden. Sie diesen Ruf entweder über das normale ATC-Menü absetzen oder einen der drei “Schieben”-Buttons im Bodenbedienungs-Dialog anklicken. Wenn Sie letzteres wählen, wird das Hauptfunkgerät automatisch auf die korrekte Frequenz eingestellt, selbst wenn die automatische Frequenzwahl deaktiviert ist.

Nach der Anforderung des Schiebevorgangs können Sie “Schieben stoppen” anfordern. Wenn das Pushback-Fahrzeug noch nicht angekommen ist, wird diese Anforderung ebenfalls per Funk gesendet. Sobald das Fahrzeug eingetroffen ist, simuliert das System das Anschließen der physischen Kabel; danach ist kein weiterer Funkkontakt mehr erforderlich.

Fehlerbehebung

Im Folgenden finden Sie einige häufige Probleme und vorgeschlagene Lösungen: • Keine Anrufe verfügbar Wenn in der Befehlsliste des ATC-Dialogs keine Optionen verfügbar sind, haben Sie sich auf die Frequenz eines Lotsen eingestellt, werden aber noch von einem anderen Lotsen “kontrolliert”. Beim Wechseln der Frequenz müssen Sie sich vom aktuellen Lotsen verabschieden, es sei denn, dieser hat Ihnen ausdrücklich erlaubt, die Frequenz zu wechseln. Gehen Sie zurück zur Frequenz des vorherigen Lotsen (nutzen Sie bei Unsicherheit die automatische Frequenzwahl) und teilen Sie ihm mit, dass Sie gehen. • Filterung von Unteroptionen bei bestimmten Befehlen Bei einigen Befehlen werden in den Unteroptionen Listen von Pisten oder Flughäfen angezeigt, die jedoch je nach Situation gefiltert werden. Wenn Sie beispielsweise ein Großflugzeug wie einen A330 fliegen, kommen viele kleinere Flughäfen nicht als Option in Frage. • Filterung der Option “Naheliegende Frequenzen” Die Liste der Frequenzen im Reiter “Naheliegende Frequenzen” des ATC-Dialogs wird ebenfalls gefiltert. Die automatische Frequenzwahl wählt immer die korrekte Frequenz aus, unabhängig davon, ob sie in der Liste angezeigt wird. Wenn Sie einen Flughafen kontaktieren müssen, der nicht in der Liste steht, können Sie beim aktuellen Lotsen angeben, dass Sie seine Frequenz verlassen, und dann die automatische Frequenzwahl manuell deaktivieren sowie die Funkfrequenz einstellen. • Langsame Flugzeuge können keine SID/STAR-Verfahren nutzen Aus technischen Gründen können langsame Flugzeuge derzeit keine SID (Standard Instrument Departure) oder STAR (Standard Terminal Arrival Route) nutzen. Diese Flugzeuge können keine Pläne mit SID/STAR einreichen, und Lotsen werden diese Verfahren nicht zuweisen. • QNH/Höheneinstellung Unabhängig von der Situation sollten Sie stets die vom Lotsen bereitgestellten QNH-Werte (Luftdruckeinstellung) oder Höhenwerte verwenden. Diese Daten können von lokalen Ablesungen abweichen, insbesondere bei Werten von übergeordneten Bereichslotsen. • Verzögerte Aktualisierung der ATIS-Wetterdaten Die Wetterdaten in der ATIS (Automatic Terminal Information Service) entsprechen möglicherweise nicht den aktuellen Bedingungen, da die ATIS normalerweise nur zweimal pro Stunde aktualisiert wird, es sei denn, es gibt erhebliche Änderungen. • Fehlende Option “Querab” (Downwind) anrufbar Wenn Sie während eines Platzrunden oder Anflugverhaltens an einem kleinen Flugplatz “Querab” (Downwind) nicht anrufen können, liegt dies fast immer an einer falschen Position des Flugzeugs. Insbesondere beim Platzrunden ist es oft nicht zulässig, unmittelbar nach dem Start zu drehen. Erweitern Sie die Platzrunde und stellen Sie sicher, dass Sie die Standardplatzrundenhöhe (normalerweise 1000 Fuß AGL) erreichen. Achten Sie auch auf die vom Tower vorgegebene Platzrundenrichtung. • Falsche Kontrollstufe des Flugplatzes Der Simulator kann die Kontrollstufe eines Flugplatzes falsch einschätzen, was zu ungewöhnlichen Kommunikationsweisen führt. Über WED (WorldEditor) kann die korrekte Kontrollstufe (z. B. Tower oder FISO) festgelegt werden. Wenn Sie Fehler feststellen, melden Sie diese bitte über das X-Plane Scenery Gateway. • Falsche Bezeichnungen von Rollwegen und Parkpositionen Rollweg- und Parkpositionsnamen werden von jedem Flugplatz definiert; das ATC-System des Simulators liest diese Informationen nur aus. Bei falschen Namen melden Sie das Problem bitte ebenfalls über das X-Plane Scenery Gateway. • Abweichungen bei der Pistenzuweisung Die vom Simulator zugewiesenen Pisten basieren auf den Wetterbedingungen und den Verkehrsdefinitionen des Simulators; diese können von der Realität abweichen. Erwarten Sie nicht, dass die aktive Piste im Simulator mit der aktiven Piste von Online-Tracking-Diensten oder Planungssystemen übereinstimmt.

Fehlerberichte

Da das ATC-System komplexe und vielfältige Situationen bewältigen muss, gelegentlich Fehler bei der Verarbeitung auftreten. Um uns zu helfen, das System zu verbessern, reichen Sie bitte detaillierte Fehlerberichte ein, die beschreiben, wie das Problem reproduziert werden kann.

Bitte beachten Sie, dass temporäres Feedback in öffentlichen Foren nicht als Fehlerbericht gilt und in der Regel nicht an die Entwickler weitergeleitet wird. Kurz gesagt: Wenn Sie keinen offiziellen Bericht einreichen, gilt es nicht als Fehler. Das offizielle Fehlerberichtstool finden Sie unter folgendem Link: X-Plane Bug Report Form.

Hinweise zum Einreichen von Berichten

1.	Logdateien

X-Plane 12 erstellt zwei Logdateien im Ordner der ausführbaren Simulatordatei: “Log.txt” und “Log_ATC.txt”. Für einen nützlichen Fehlerbericht müssen Sie beide Dateien einreichen. 2. Ortsbezogene Probleme Wenn das Problem mit einem bestimmten Standort zusammenhängt, wird empfohlen, einen Screenshot der Simulatorkarte zu senden, wobei das Kontrollkästchen “Flugpfad” (Flight path) aktiviert sein muss. Machen Sie vor dem Screenshot am besten temporär das “Entwicklermenü ➞ Flugverkehrspfade einblenden” (Toggle Air Traffic Paths) aktiv, um die Flugrouten anzuzeigen. Wenn Sie unsicher sind, senden Sie diesen Screenshot am besten mit. 3. Pistenprobleme Wenn Sie ein Problem mit einer bestimmten Piste melden möchten, nutzen Sie die Option “Entwicklermenü ➞ In Log speichern ➞ Wetterstatus in Log speichern” (Dump Weather State to Log), um den Wetterstatus zu protokollieren. 4. Echtzeit-Berichte Wenn Sie während eines Fluges auf ein Problem stoßen, beispielsweise während eines Langstreckenfluges, können Sie jede Option “Entwicklermenü ➞ In Log speichern” verwenden, um sicherzustellen, dass die Protokolle vollständig auf die Festplatte geschrieben wurden.

Wichtige Hinweise

•	Jedes Mal, wenn Sie den Simulator oder das Tool starten, werden die Logdateien überschrieben. Wenn Sie leere Logdateien oder Dateien senden, die nicht zum gemeldeten Problem gehören, wird die Fehlerbehebung erheblich erschwert.
•	Umfassende Details, einschließlich der Protokolldateien und relevanter Screenshots, können die Geschwindigkeit und Effizienz der Problemlösung erheblich erhöhen.