Ein kurzer Rundgang durch das Aichi Museum of Flight
Vor ein paar Monaten habe ich das Aichi Museum of Flight besucht. Da der Terminkalender damals recht voll war, blieb ich nur etwa zwei Stunden. Mit der Kompaktkamera RX100 habe ich einfach ein paar Erinnerungsfotos geschossen, die ich hier vorstellen möchte.
Das Aichi Museum of Flight liegt neben dem Flughafen Nagoya. (Nicht der Centrair International Airport, sondern ein zivil und militärisch genutzer Regionalflughafen.) Es wurde erst am 30. November 2017 eröffnet.
Laut der offiziellen Website des Aichi Tourismus besteht das Museum
aus zwei Etagen und dem Dach. Im Inneren kann man das Original des japanischen Verkehrsflugzeugs "YS-11" mit ihren zwei Turboprop-Triebwerken von NAMC (Nihon Aircraft Manufacturing Corporation) besichtigen. Nicht nur Flugzeugbegeisterte, auch Familien kommen hier voll auf ihre Kosten.Diese Einrichtung ist nicht nur eine industrielle Sehenswürdigkeit, sondern dient auch als Informationszentrum für die Luftfahrtindustrie und der Ausbildung der nächsten Generation von Luftfahrtpersonal. Im 2. Stock gibt es einen großen Bildschirm mit den “100 berühmtesten Flugzeugen” und ein Wissenschaftslabor, auf dem Dach befindet sich eine Aussichtsplattform, von der man Starts und Landungen auf dem vom Präfektur betriebenen Flughafen Nagoya aus nächster Nähe beobachten kann. Es gibt viele Highlights – ein wirklich professionelles Luftfahrtmuseum, das einen Besuch wert ist!
Die Anreise zum Museum ist mit dem speziellen Bus von “Aoi Kotsu” möglich, der direkt vor dem Bahnhof Nagoya abfährt.
Vom “Sakura-dori-guchi”-Ausgang des Bahnhofs Nagoya geht man über die Straße,
die Haltestelle befindet sich direkt unter dem Midland Square Gebäude,
vor dem Dior-Laden.
Nach einer Fahrtzeit von etwa 25 Minuten erreicht man das Aichi Museum of Flight.
Auf dem Foto unten links in der Mitte ist der Bushalteplatz für den Bus nach Nagoya zu sehen.

Der Eingangsbereich des Museums.

Nach dem Ticketskauf kommt man sofort zur YS-11.
Dies ist ein in den 1960er Jahren von Mitsubishi Heavy Industries hergestelltes zweimotoriges Turboprop-Verkehrsflugzeug,
das 2006 außer Dienst gestellt wurde.
In Japan werden nur noch wenige Exemplare von Regierungsbehörden und den Selbstverteidigungsstreitkräften genutzt.

Neben der YS-11 steht die MU-300,
ein in den späten 1970er Jahren von Mitsubishi entwickeltes zweimotoriges Geschäftsreiseflugzeug.
Die MU-300 war kommerziell kein Erfolg,
später wurden die Rechte an die US-amerikanische Beech Aircraft Company verkauft, die das Flugzeug als Hawker 400 weitervertrieb.
Glücklicherweise erhielt es in den 90er Jahren eine Bestellung über 180 T-1 Trainer der US-Luftwaffe, was zu einer unerwarteten hohen Produktionszahl führte.

Weitere Ausstellungsstücke im Museum:
Es fühlt sich an wie ein riesiger Hangar.
Als Nächstes gehen wir auf die Aussichtsplattform auf dem Dach, um uns den Vorfeld (Apron) und den Flughafen anzusehen.
Auf der westlichen Seite gibt es hauptsächlich Vorfeld für die Allgemeine Luftfahrt; man sieht einige Hubschrauber und kleine Flugzeuge mit festen Tragflächen.
Aber gelegentlich sieht man auch eine ERJ der Fuji Dream Airlines (FDA).
Das ist das erste Mal, dass ich eine FDA-Maschine fotografiert habe,
und zwar ausgerechnet ihr erstes Flugzeug, das rote JA01FJ!
FDA ist eine Regionalfluggesellschaft mit 12 ERJs,
(4 ERJ170, 8 ERJ175, jedes Flugzeug hat eine andere Bemalung)
und ist die einzige Fluggesellschaft am Flughafen Nagoya, die zivile kommerzielle Linienflüge anbietet.

Die ILS-Gleitpfal-Antenne, der RVR-Sensor und der Windmesser am Flughafen Nagoya.

Übrigens ist dieser Flughafen zivil und militärisch genutzt,
aber das plötzliche Erscheinen eines F-4 Phantom-Kampfflugzeugs der japanischen Luftselbstverteidigungsstreitkräfte hat mich trotzdem überrascht.
Für eine Kompaktkamera ist das Ergebnis ganz ordentlich,
immerhin habe ich dieses berühmte Jagdflugzeug aus den 60er Jahren zum ersten Mal live gesehen.
Ich habe gesehen, wie er einen Touch & Go gemacht hat – hätte ich doch besser meine Spiegelreflexkamera mitgenommen..
Übrigens befindet sich direkt neben dem Museum die Endmontagelinie für Flugzeuge von Mitsubishi Heavy Industries. Wenn man im Voraus reserviert, kann man sich die MRJ-Produktionslinie ansehen. Leider wusste ich das vorher nicht, aber ich werde auf jeden Fall später noch einmal hingehen. (Ein Kollege war schon dort zu Besuch, aber angeblich ist Fotografieren im Inneren verboten, das ist wirklich schade.)
Ende