Besuch der Wartungsbetriebe von ANA und JAL
Schon vor langer Zeit habe ich einen Besuch im JAL-Wartungshangar am Flughafen Haneda beschrieben. Das sagt man sich so: Dieses Besuchsprogramm wird heutzutage immer beliebter und landete sogar auf TripAdvisor auf Platz 1 der Tokioter Option-Touren für Ausländer!
ANA-Werksbesichtigungs-Reservierungsseite (Japanisch) JAL-Werksbesichtigungs-Reservierungsseite (Japanisch)
Kürzlich gab es in der Firma jemanden, der Gutes im Sinn hatte, und der frühzeitig im Netz einen Termin reserviert hatte. Er lud Flugzeugenthusiasten ein, gemeinsam die ANA- und JAL-Wartungshangars zu besichtigen, und so trafen sich an diesem Tag acht Leute am Bahnhof Haneda “Neue Wartungshalle” (“Shin Seibijou”).
Am Vormittag ging es zuerst zur ANA-Besichtigung, mittags zur JAL-Besichtigung,
und am Nachmittag gingen wir gemeinsam zum internationalen Terminal Haneda, um ein paar Stunden lang Flugzeuge zu fotografieren.
ein erfüllter Tag.
Direkt am Ausgang des Bahnhofs “Neue Wartungshalle” kann man Spotten.
Während ich auf Kollegen wartete,
machte ich mit der RX100 ein Foto der British Airways 777 beim Rollen am Boden mit dem Haneda Tower im Hintergrund.
Ehrlich gesagt: Die beiden Wartungshangars von ANA und JAL sich sich sehr ähnlich, der Ablauf ist jeweils 30 Minuten Erklärung im Konferenzraum plus ca. 45 Minuten Besuch im Hangar. Die Fotos, die ich drinnen gemacht habe, ähneln denen vom letzten Mal, also spare ich mir die detaillierte Einführung und vergleiche heute hauptsächlich die Unterschiede zwischen ANA und JAL.
Nach dem Besuch habe ich das Gefühl, dass die Unternehmenskulturen von JAL und ANA ziemlich unterschiedlich sind: JAL delegiert mehr Verantwortung, den Mitarbeitern vor Ort bleibt mehr Freiheit; ANA wirkt stärker institutionalisiert gemanagt, Vorschriften und Regelwerke sind etwas ausgefeilter.
Zum Beispiel bezüglich der im Hangar gemachten Fotos: Bei JAL gilt,
solange es nicht um Flugzeuge des Kaiserhauses oder anderer Firmen geht
und keine Persönlichkeitsrechte Dritter verletzt werden, darf man die Fotos frei auf SNS und Blogs veröffentlichen.
Bei ANA ist das aber streng: Wenn man Fotos ins Netz stellen will,
muss man zuerst eine Mail an [email protected] senden; erst nachdem ANA-Personal sie geprüft
und zugestimmt hat, darf man die Fotos auf persönlichen SNS und Blogs posten.
Ein weiteres Beispiel ist der 30-minütige Einstiegsvortrag: Bei ANA ist der Inhalt sehr straff, im Grunde identisch mit der vorbereiteten PowerPoint – man merkt, dass sie sehr gründlich vorbereitet haben, also ist jeder Vortrag sehr ähnlich. Bei JAL läuft der Vortrag eher frei, die Fähigkeiten der Guides variieren, und wenn man einen rede gewandten ehemaligen Piloten erwischt, ist der Inhalt spannend, 但当赶上 ist ein ehemaliges Kabinenpersonal (meist eine ältere Stewardess …), dann ist der Fachanteil geringer. Für uns Flugzeugenthusiasten bleibt da etwas das Gefühl der Unbefriedigtheit.
Bei der Hangarbesichtigung werden die Teilnehmer in Gruppen von ca. 10 Personen eingeteilt, und jeweils ein ehemaliger Pilot-Opa oder eine ehemalige Stewardess begleitet und erklärt. Die Gruppeneinteilung bei ANA ist im Vorgehensein vorbereitet, man wird gruppenweise mit Namen aufgerufen, erhält einen Helm und geht in den Hangar. Bei JAL wird vor Ort eingeteilt: Der Guide läuft im Konferenzraum von vorne nach hinten und teilt einfach zufällig alle ca. 10 Leute in eine Gruppe ein. Da sie sahen, dass wir mehrere mit Spiegelreflexkameras recht auffällig waren, meinten sie beiläufig: „Ihr seid ja richtig professionell“, und steckten uns extra in eine Gruppe, und ließen den ehemaligen Piloten-Opa, Herrn Kobayashi, uns erklären.
Im ANA-Hangar erklärte die Stewardess-Opa sehr straff,
im Grunde auf allgemeine Besucher ohne Fachwissen ausgerichtet –
nicht viele Highlights.
Aber die beiden Hangars, einer nach Westen, einer nach Süden ausgerichtet,
von denen kann ich den nach Süden ausgerichteten Hangar wärmstens empfehlen,
dort habe ich viele wertvolle Fotos aufgenommen; hier zeige ich eines, das von [email protected] geprüft wurde.

Die beiden JAL-Hangars sind beide nach Westen ausgerichtet,
die Erklärung durch Herrn Kobayashi, den ehemaligen Piloten, war der absolute Highlight des Tages.
Er war humorvoll und erklärte uns wegen unseres Hintergrunds viele Dinge, die Normaltouristen nicht wissen,
zum Beispiel das Tail Skid am Heck der 767 – er erklärte, dass es mit dem Hauptfahrwerk gekoppelt ist:
wenn das Hauptfahrwerk eingefahren wird, fährt auch das Tail Skid ein;
wenn das Hauptfahrwerk ausgefahren wird, fährt auch das Tail Skid aus.
Oder als Wartungspersonal die Radom an der Nase öffnete,
erklärte er, dass dort die Radarantenne, die Localizer-Antenne und die Glide Slope-Antenne installiert sind,
sehr fachlich.
Als wir am Hangartor Starts beobachteten,
commentierte er amüsant die Pilotenfähigkeiten,
zum Beispiel: „Dieser Pilot fährt das Fahrwerk viel zu langsam ein!“,
worauf wir unwillkürlich lachen mussten.
Dann erklärte er sofort, dass man zum Abkühlen des Fahrwerks manchmal gezwungen ist, es etwas später einzufahren.
Kurzum: Dank seiner lebendigen Erklärung fühlte sich der fast einstündige Besuch wie im Flug vorbei.

Zum Schluss noch ein Fazit. ANA und JAL haben unterschiedliche Unternehmenskulturen erlebt, einer setzt auf Organisation, der andere auf das Individuum. Als Manager oder Unternehmer würde man vermutlich die ANA-Variante mögen, als Angestellter könnte man die lockerere bei JAL bevorzugen.
Als Besuchungsprogramm in den Wartungshangars ist das Angebot egal welcher Firma richtig klasse, absolute Empfehlung. Einziges Manko: Es scheint keine englischen Erklärungen zu geben, für ausländische Besucher ohne Japanisch-Kenntnisse könnte das etwas schwierig sein, also am besten mit einem Freund gehen, der Japanisch spricht.