Vietnam Airlines A350-900 am Boden – Teil 1: Bodenoperationen
A350-900 in NRT: Bodenaufzeichnung
Letzten November hatte ich erstmals die Gelegenheit, den A350 zu sehen. Seitdem hat dieses bemerkenswerte neueste Verkehrsflugzeug verschiedene Tests erfolgreich abgeschlossen und wird schrittweise in den kommerziellen Betrieb überführt. Bisher hat Airbus insgesamt fünf Exemplare an Qatar Airways, Vietnam Airlines und Finnair ausgeliefert, aber ich hatte noch nie die Gelegenheit, eines mit eigenen Augen zu sehen. Zum Glück setzte Vietnam Airlines am 20. September endlich die A350-900 auf den Flügen VN300/VN301 zwischen Narita und Ho-Chi-Minh-Stadt ein. Da dies zudem ein Sonntag war, durfte ich diese hervorragende Fotomöglichkeit auf keinen Fall verpassen.
Früh am Morgen eilte ich zum Aussichtsdeck des Terminal 1 am Flughafen Narita. Stand direkt vor uns auf dem Parkposition 25 nicht der A350-900 mit dem Luftfahrzeugkennzeichen VN-A886?
Endlich konnte ich den neuen Liebling der Luftfahrtwelt aus der Nähe betrachten!

Doch es gab ein reales Problem: Wegen Sicherheitsfaktoren sind auf dem Aussichtsdeck in Narita hohe Gitterzäune installiert, deren Maschen sehr eng sind und nicht durch das Objektiv hindurchpassen. Zwar gibt es alle paar Meter quadratische Öffnungen von einigen Zentimetern Größe für Fotografen, doch diese Plätze waren bereits von einer großen Zahl von Flugzeugbegeisterten besetzt! Einige waren demnach schon kurz nach 4 Uhr morgens von zu Hause aufgebrochen – respektvoll, respektvoll.
Die Fotografie war recht anspruchsvoll, viele Fotos waren von Schatten des Zauns überdeckt, aber ich konnte dennoch wertvolles Erstmaterial sammeln – sehr zufrieden. Unten schauen wir uns die verschiedenen Details des A350-Rumpfes an.
Zuerst ein Close-up der spitz zulaufenden Nase. Führen die Piloten gerade die Pre-Procedure-Checks vor dem Flug durch? Das Cockpit mit der schwarzen Brille im Ninja-Turtles-Stil sieht wirklich cool aus, haha.
Bei genauerem Hinsehen ist die Struktur der Windschutzscheiben immer noch dieselbe wie bei früheren Airbus-Modellen, besonders die hintere Scheibe ist annähernd quadratisch, was man an den Zwischenräumen zwischen den Scheiben erkennen kann. Nach dem Auftragen der schwarzen gewölbten Rahmen ist es aus der Ferne jedoch schwer, dies zu unterscheiden.
An der rechten Seite der Flugzeugnase befinden sich vertikal drei Sensoren. Die oberen beiden sind die multifunktionalen Sonden MFP (Multi Function Probe) Nr. 2 und 3; sie liefern den Avioniksystemen den Gesamtdruck PT (total pressure), die Gesamttemperatur TAT (Total Air Temperature) sowie den Anstellwinkel AOAs. Die unterste schwarze Sonde ist der Eissschutz-Schutz „ICE PROBE PROTECTOR“.
Direkt unter dem Cockpit auf der Flugzeugnase sind drei Sonden nebeneinander angeordnet: die Seitenrutschwinkel-Sonden SSA (side slip angle) Nr. 1, 2 und 3. Im Radom darunter sind jeweils der Lokalisierungsantenne LOC, die Wetterradarantenne und die Gleitpfadantenne GLIDE untergebracht.
Auf der rechten Seite der Flugzeugnase befinden sich vertikal vier Sonden: die oberste ist das Pitotrohr PITOT, die zweite die multifunktionale Sonde MFP Nr. 1, die dritte eine dedizierte Anstellwinkelsonde AOAs und die unterste wiederum ein Eissschutz-Schutz.

Von oben auf den langen Rumpf blicken – aus dieser Perspektive wirkt der A350 wie eine blaue Seidenraupe, interessant.
Achtung: Die großen Scheinwerfer an der Flügelwurzel sind die LANDING LIGHTS, der quadratische Auslass am oberen Cockpit dürfte die Fluginsel-Notausgangsöffnung sein.

Ganz genau die Antennen am oberen Rumpf betrachten:
Die beiden vorderen kleinen quadratischen Antennen sind die GNSS-Antennen (Global Navigation Satellite System). Die etwas größeren quadratischen Antennen dürften die oberen TCAS-Antennen (Airborne Collision Avoidance System) sein, danach die runden Stroboskope.
Hinter den Stroboskopen befindet sich eine große quadratische Satellitenkommunikationsantenne – im Flugzeug dürfte also Wi-Fi verfügbar sein.
Dahinter steht die VHF-Antenne Nr. 1.
Die große runde Antenne am Rumpfmittelstück dürfte ebenfalls für Satellitenkommunikation sein? Dahinter vermute ich die ADF-Antenne.
Weiter hinten steht die VHF-Antenne Nr. 3,
und die Antenne vor dem Seitenleitwerk ist die ELT-Antenne (Emergency Locator Transmitter).
Der A350-Rumpf trägt insgesamt 40 Antennen und Sonden; Details können dem von Airbus bereitgestellten Handbuch entnommen werden.

顺便再看看前起落架。
Das Fahrwerkssicherungsstecker ist natürlich gesteckt; das „REMOVE BEFORE FLIGHT“-Band – so eins hätte ich gerne, haha.
Auf dem Foto sind drei Lichter zu sehen: links und rechts sind die RUNWAY TURN-OUT LIGHTS, die mittlere ist die TAXI LIGHTS. Oben, wenn auch kaum erkennbar, gibt es außerdem vier TAKE-OFF LIGHTS.
An der Position der Parklinie des Bugrads ist das Flugzeug an der Position des vordersten A340-600 und B767-400 geparkt.
Da die A350-900 etwas länger ist als der A330-300 und der B777-200, wurde sie hier geparkt.
Ein Größenvergleich zwischen B787, A350, B777 und A330 wurde im Artikel 787-8 VS 787-9 auf dieser Website bereits vorgestellt.
Von links gesehen den vorderen Rumpf betrachten: Da es ein brandneues Flugzeug ist, glänzt die Lackierung herrlich. Fahrwerk, Bodenstromanschluss, rechte vordere Frachttür und die drei statischen Druckentlüftungen sind nahezu auf denselben Positionen wie beim A330-200, aber die charakteristischen Winglets sind sehr auffällig.

Mit Teleobjektiv das linke Winglet betrachten: Die Form ähnelt einem Bumerang? Oder einer Klinge?
Herr Chen aus Taiwan schrieb auf Facebook dazu:
„Die nach oben gewölbte Spitze der Winglets reduziert effektiv den induzierten Widerstand, erhöht das Gleitverhältnis und spart so Energie. Zudem verringert sie die Wirbelschleppe.“
Das habe ich nun einfach übernommen – sorry!
Als Nächstes mit Teleobjektiv das rechte Winglet: Einfach ein Kunstwerk!
Die sanfte Wölbung, der metallische Charme, die präzise mechanische Bearbeitung, ein modernes Industriegefäß – ein Genuss für das Auge!
Achtung: Hier gibt es ebenfalls zwei wichtige Außenleuchten – innen ist das grüne rechte Positionslicht RIGHT NAVIGATION LIGHT (GREEN), außen das weiße Flügel-Stroboskop WING STROBE LIGHT (HIGH INTENSITY, WHITE).
Auch die Triebwerke müssen wir uns ansehen. Das Trent XWB von Rolls-Royce, die sechste Generation, wurde eigens für die A350 entwickelt – doch am Triebwerksdeckel fehlt das Rolls-Royce-Schild, was eher selten ist.
Technische Daten des Trent XWB:
Dreiwellige Turbofan
Hohes Nebenstromverhältnis: 9,3
Startschub: 75.000 – 97.000 lb (330 – 430 kN)
Fan-Durchmesser: 3,0 m (118 Zoll)
Luftdurchsatz: ca. 1.440 kg/s
Gesamtverdichtungsverhältnis ≥ 52:1
Mitteldruckverdichter: 8 Stufen, axial
Hochdruckverdichter: 6 Stufen, axial
Hochdruckturbine: 1 Stufe, luftgekühlt
Mitteldruckturbine: 2 Stufen, luftgekühlt
Niederdruckturbine: 6 Stufen, nicht luftgekühlt
Auf der Innenseite des Triebwerksdeckels ist eine sehr feine Gitterstruktur zu sehen – weiß jemand, welches Prinzip dahintersteckt?
Äußerlich auffällig ist am unteren Triebwerk eine kleine Düse – das dürfte ein gemeinsames Merkmal der Trent-Baureihe sein.
Außen ist eine kleine quadratische Öffnung für die Ölwartung.
Zum Schluss noch das Heck: Die APG läuft bereits, der Lufteinlass ist offen und aus dem Auslass strömt heiße Abluft.
Meines Erachtens sind beim A330 die beweglichen Teile des Höhenleitwerks oft silber lackiert, während dieses A350 die Rumpffarbe beibehält – der Gesamteindruck der Lackierung bleibt erhalten, sehr schön!
Damit sind die Notizen zur Bodenbeobachtung des A350-Rumpfes abgeschlossen. Zum Start geht es hier lang.