Gedanken über die rechtswidrige Öffnung der Notausstiegstür an Bord des Fluges MU2036
Gestern früh sah ich schon auf WeChat und Weibo die verschiedenen Nachrichten über MU2036, und heute Morgen wieder die aktualisierten Berichte, wie zum Beispiel die offizielle Meldung auf der autoritären China News Network: Passagiere, die an Flughafen Kunming rechtswidrig die Notausstiege öffneten, zu 15 Tagen verwaltungsrechtlicher Haft verurteilt.
Ich habe den概略 der Ereignisse wie folgt abgeschrieben:
Der Flug MU2036 sollte von Dhaka über einen Stopp in Kunming nach Peking führen. Der Flug landete am 9. Januar um 21:20 Uhr auf dem internationalen Flughafen Kunming Changshui. Wegen Schneeregens am vorliegenden Ort wurde das Boarding erst gegen 0:00 Uhr am 10. Januar freigegeben. Nachdem um 1:00 Uhr morgens alle 153 Passagiere an Bord waren, wartete das Flugzeug die ganze Zeit in der Schlange auf das Enteisen.Gegen 3:45 Uhr morgens begannen die Enteisungsarbeiten an der Zelle des Fluges MU2036. Wegen der Erfordernisse des Enteisens wurde die Klimaanlage im Flugzeug für etwa 30 Minuten abgestellt. Da die Luft im Flugzeug nicht zirkulierte, fühlte sich eine ältere Passagierin an Bord unwohl. In diesem Moment waren die meisten Passagiere sehr besorgt um den Zustand dieser Passagierin und verlangten, dass der Kapitän persönlich erkläre. Der Erste Offizier des Fluges MU2036 kam zur Erklärung, aber die Antworten befriedigten die Passagiere nicht, wodurch die Emotionen der Passagiere hochkochten und es zum Streit mit der Crew kam.
Als der Flug vom Gate weggeschoben wurde, öffneten Passagiere plötzlich eine Sicherheitstür am linken Flügel und zwei Sicherheitstüren am rechten Flügel des Fluges MU2036. Daraufhin rollte die Crew den Flug MU2036 zum Gate zurück.
Das Verhalten von Passagieren, die die Flugsicherheit verletzen, ist natürlich zu kritisieren, aber ich finde immer, dass es im Inland so viele Spätflüge gibt, das ist doch potenziell eine Gefahr.
Zunächst einmal sind Menschen schließlich tagaktive Wesen. Nachts steigt die emotionale Instabilität, man ist relativ angespannt, wird leicht wütend, das Temperament wird explosiver – diese natürlichen Phänomene sind objektiv vorhanden. Personal aus der Luftfahrtbranche hat sich sicher längst an die geschlossene Umgebung im Flugzeug gewöhnt, aber für normale Leute ist das Flugzeug im Vergleich zu Zügen, U-Bahnen und Bussen eines der Verkehrsmittel, mit denen man am wenigsten Kontakt hat. In einer relativ fremden Umgebung wie dieser haben sie eine natürliche Angst, das finde ich ganz menschlich und entspricht den Naturgesetzen. Vor allem, wenn viele Leute lange Zeit in einem geschlossenen Raum eingesperrt sind, kann sich das Unsicherheitsgefühl einer Person leicht auf andere übertragen, wodurch solche gruppenbedingte Erregtheit und Aggressivität noch leichter entstehen.
Außerdem aus der Perspektive der Passagiere: Verspätungen bei Nachtflügen haben im Vergleich zu tagsüber größere Auswirkungen auf ihr Leben. Wenn man am nächsten Tag eigentlich arbeiten muss, muss man sich im Büro frei nehmen; für die, die ohnehin schon sehr beschäftigt sind oder wenig Jahresurlaub haben, kann die Bitte um Urlaub eine große psychische Belastung sein. Außerdem ist der Verkehr tief in der Nacht unbequem: Man muss Verwandte oder Freunde bitten, einen abzuholen, oder höhere Kosten für ein Taxi nach Hause zahlen, oder am Flughafen trocken auf den ersten öffentlichen Nahverkehr warten – diese kleinen Probleme erhöhen den psychischen Druck auf die Passagiere.
Deshalb finde ich, dass man neben der Stärkung der populärwissenschaftlichen Aufklärung der Allgemeinbevölkerung zur Verringerung ihrer ängstlichen Stressfaktoren die Crew an Bord bei Nachtflügen noch mehr auf die psychischen Veränderungen der Passagiere achten und einige effektive Kommunikationsmittel anwenden sollte, um ihre Ängste zu verringern. Ob das effektiver wäre? Zum Beispiel mehr Durchsagen an Bord, damit die Passagiere jederzeit über die weiteren Pläne informiert sind, so entwickeln sie weniger negative Assoziationen; ab und zu kleine Obstsnacks oder ähnliches verteilen, um die Aufmerksamkeit der Passagiere etwas abzulenken; oder man könnte auch kleine Souvenirs verschenken oder so.
Natürlich ist die grundlegendste Lösung, die Anzahl der Nachtflüge zu reduzieren, aber das scheint nicht leicht zu sein. Nach der Erklärung von Generaldirektor Liu „ist die Auslastung der Flugzeuge nicht hoch, aber es gibt viele Nachtflüge. Tagsüber gibt es relativ wenig Flüge, nicht weil die Fluggesellschaften keine wollen – einerseits sind die Tageszeiten knapp, zum anderen lassen sich die operativen Abläufe tagsüber nicht beenden“. „Das liegt wirklich am System, nicht nur an den einzelnen Arbeitsbereichen, es ist ein tief verwurzelter Übel, das schwer zu heilen ist“. Das ist wirklich ein gigantisches Systemprojekt.