Nachbericht zum Absturz von Asiana-Airlines-Flug OZ214
Der Absturz des Asiana-Airlines-Fluges 214 (OZ214/AAR214) war ein Flugunfall, der sich am 6. Juli 2013 ereignete. Der Asiana-Airlines-Flug 214 mit einer Boeing 777-200ER startete vom internationalen Flughafen Incheon (Südkorea) und stürzte bei der Landung auf dem planmäßigen Zielflughafen, dem internationalen Flughafen San Francisco (USA), ab. An Bord waren 291 Passagiere und 16 Besatzungsmitglieder; bei dem Unfall kamen 3 Menschen ums Leben und 181 wurden verletzt.
Die amerikanische National Transportation Safety Board (NTSB) veröffentlichte am 24. Juni 2014, knapp ein Jahr nach dem Unfall, einen detaillierten Bericht. Diese PDF-Datei umfasst 207 Seiten, enthält eine ausführliche Unfallanalyse und geht auch detailliert auf die Cockpitinstrumente der Boeing 777 ein. Bei Interesse können Sie dem obenstehenden Link folgen. Im Folgenden sind einige Auszüge aufgeführt, die mich persönlich besonders interessieren.
Die folgende Grafik zeigt die Kommunikation im Cockpit in den 60 Sekunden vor dem Unfall sowie im Zeitverlauf die Werte für Geschwindigkeit, Höhe, PAPI-Anzeige usw.:
Veränderungen des Autopilot-Modus während der letzten 5 Seemeilen des Flugs:
Veränderungen von Triebwerken, Nicklage (Pitch), Fluggeschwindigkeit und Höhe in den letzten 40 Sekunden:
Auch inländische Experten haben viele professionelle Kommentare abgegeben, zum Beispiel der Chefpilot der Chinesischen Akademie für Flugsicherheit und Zivilluftfahrtforschung, Liu Qinggui, mit seinem Artikel in der „China Civil Aviation Report“: Was passiert in 77 Sekunden? —- Neue Analyse des Absturzes von Asiana-Airlines-Flug OZ214 am Flughafen San Francisco. Auch der lange Artikel von Blaun auf Weibo enthält viele Analysen zum Flugverhalten der Besatzung und ist absolut lesenswert.
Ich persönlich achte zudem sehr auf folgende Information: NTSB Calls For Special Review Of Boeing 777 Speed Control. Natürlich hat Boeing Probleme mit dem automatischen Flugsteuerungssystem der 777 bestritten. Aber historisch gesehen wurde eine solche SCR (Special Certification Review) anscheinend nur 6–7 Mal durchgeführt, etwa für den Hubschrauber R44, die ATR72, die Mitsubishi MU-2 und wenige weitere Muster. Für die 777 ist das also eine sehr besondere Maßnahme. Angeblich gab es innerhalb des Untersuchungsausschusses große Meinungsverschiedenheiten bezüglich der SCR. Lasst uns gespannt sein, wie sich die Situation entwickelt.