Japans Herausforderungen im Flughafenmanagement sowie die Verpachtungspläne für die Betriebsrechte der Flughäfen Kansai und Itami
Hier sind zwei Neuigkeiten: die erste stammt von der Nikkei und beschreibt die Gewinn- und Verlustsituation des Geschäftsjahres 2012 der 27 vom japanischen Staat verwalteten Flughäfen.
24 der 27 Flughäfen, also 90 %, wiesen einen operativen Verlust auf, ein Flughafen mehr als im Vorjahr. Der Gesamtverlust belief sich auf 39 Milliarden Yen (ca. 390 Millionen US-Dollar) und sank damit im Vergleich zum Jahr 2011 um 8 %. Zwar stiegen die Einnahmen aus Start- und Landegebühren aufgrund des Wachstums von Billigfluggesellschaften (LCCs), doch erhöhten sich die Ausgaben – unter anderem durch Reparaturarbeiten am Flughafen Sendai nach dem großen Erdbeben in Ostjapan 2011 – um 9 %.
Von den 24 Flughäfen wies der Flughafen Haneda mit 1,79 Milliarden Yen das größte Defizit auf, was hauptsächlich auf Zinsen für Kredite zurückzuführen war, die beim Ausbau des Flughafens aufgenommen wurden. Auch der Flughafen Naha (580 Millionen Yen) und der Flughafen Fukuoka (360 Millionen Yen) schrieben vor allem wegen der Kosten für die Pacht von Privatgrundstücken rote Zahlen. Betrachtet man jedoch die Profitabilität unter Ausschluss von Abschreibungen und Zinsen, so weist Haneda einen Gewinn von 6,66 Milliarden Yen und der Flughafen New Chitose in Sapporo einen Gewinn von 1,11 Milliarden Yen auf.
Die zweite Nachricht stammt von der Mainichi Shimbun (via Yahoo! Japan) und berichtet, dass die japanische Regierung beabsichtigt, die Betriebsrechte für die Flughäfen Kansai und Itami im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung an private Unternehmen zu vergeben.
Der Plan sieht vor, die Betriebsrechte für beide Flughäfen ab Januar 2016 für einen Zeitraum von 45 Jahren zu verkaufen. Der Preis liegt bei jährlich 4,9 Milliarden Yen, was einer Gesamtsumme von 2,2 Billionen Yen entspricht. Da die beiden Flughäfen derzeit Schulden in Höhe von 1,3 Billionen Yen haben, könnte der Staat so Einnahmen in Höhe von 900 Milliarden Yen erzielen. Das Problem des 1994 eröffneten Flughafens Kansai liegt primär in den enormen Krediten, die für die Aufschüttung des Flughafengeländes aufgenommen wurden; allein die Zinslast stellt bis heute eine enorme betriebliche Belastung dar. Die japanische Regierung orientierte sich an den britischen Erfahrungen mit der privaten Veräußerung von Flughafenbetriebsrechten und beschloss daher, für Kansai und Itami einen ähnlichen Weg einzuschlagen.