Flugbericht Starflyer: Strecke Kansai – Haneda
Die japanische Fluggesellschaft Starflyer ist eine sehr kleine Billigfluggesellschaft, die ihren Betrieb im Jahr 1996 aufnahm. Sie verfügt insgesamt über nur 10 Airbus-320-Flugzeuge, natürlich sind auch die Strecken sehr wenige, sodass die Geschäftslage nicht besonders gut ist.
Obwohl die Bekanntheit dieser Gesellschaft in der breiten Öffentlichkeit gering ist, ist sie unter Flugzeugbegeisterten durchaus bekannt, hauptsächlich wegen ihres charakteristischen Designs, wofür sie 1996 sogar mit dem Good Design Award ausgezeichnet wurde. Eines der Merkmale ist beispielsweise die Verwendung von Schwarz als Grundton, unterlegt mit wenig Weiß, was sehr leicht wiederzuerkennen ist. Die Innenausstattung ist ebenfalls einheitlich in Schwarz gehalten, nicht nur die Sitze, sondern sogar die Toiletten sind in Schwarz gestaltet. Als die Gesellschaft gerade gegründet wurde, war sogar die Farbe des Toilettenpapiers schwarz, was bei Flugzeugbegeisterten großes Interesse auslöste; Jeder nahm das Toilettenpapier heimlich mit nach Hause, um es als Andenken zu behalten, die Beliebtheit war enorm. Doch die Fluggesellschaft konnten die Verluste nicht aushalten, so dass sie schließlich auf die Verwendung von normalem Toilettenpapier umstellen mussten.
Außerdem ist die Bordequipement ziemlich fortschrittlich: Ledersitze, Fußstützen, berührungsempfindliche LCD-Unterhaltungssysteme, großer Sitzabstand – insgesamt sind die Bedingungen viel besser als bei den Inlandsfliegern von All Nippon Airways (ANA) und Japan Airlines (JAL). Was meinen persönlichen Eindruck bei dieser Reise betrifft, so bin ich der Ansicht, dass der Komfort um zwei Stufen höher ist als auf einer ANA 787 für Inlandsflüge, und was die Geräumigkeit angeht, ist es sogar besser als auf einer JAL 777 für internationale Strecken.
Auch ihr Online-Buchungssystem ist sehr interessant; man muss nur Datum, Flug, Namen (keine Kanji, nur Hiragana) und Kreditkartennummer eingeben, Adressen, Telefonnummern, Geburtstage und so weiter entfallen völlig – wirklich extrem praktisch. Außerdem ist das Einchecken auch sehr einfach, am Schalter只需向服务员出示信用卡就结束了。 Ich habe diese Gesellschaft wirklich ins Herz geschlossen.
Das Flugzeug oben ist die A320 mit der Kennung JA04MC, die ich an diesem Nachmittag geflogen bin. Das Foto wurde am Vormittag desselben Tages bei der Besichtigung des Flughafens Kansai aufgenommen.
Vom Terminal aus betrachtet man die JA04MC – anhand dieser beiden Fotos kann man ihre schwarzen Außeneigenschaften erkennen, oder?

Schauen wir uns den Innenraum an:

Lederrecaro-Sitze in Schwarz, wirken sie nicht sehr edel?
Allerdings weiß ich nicht, warum die Auslastung an diesem Tag unter 40 % lag – so ein tolles Flugzeug, wirklich schade.
Also, bereit zum Pushback; zum Gedenken vor dem Abschalten des iPhones ein Schnappschuss. Ab den folgenden Fotos kommt die DSLR zum Einsatz.

Vor dem Einrollen auf die Runway blickt man aus dem Fenster auf die PAPI-Anlage und die ILS-Gleitpflegantenne für die Landung auf Runway 06R des Flughafens Kansai – nah dran heißt gut sehen.

Takeoff: Wegen der wenigen Passagiere war die Rollstrecke auf der Runway nicht einmal halb so lang wie die Gesamtlänge; das Flugzeug stieg sanft in die Höhe,
das Terminal 1 liegt direkt unter uns, der Tower und in der Ferne Terminal 2 kommen langsam in Sicht.

Nach Windrichtung und Erinnerung war das Abflugverfahren des Tages wohl KANSAI REVERSAL TWO DEPARTURE,
das Flugzeug stieg entlang des 52-Grad-Radials des VOR Kansai (KNE) (Nordost),
bei DME 3,1 NM begann eine Linkskurve, um auf das 295-Grad-Radial des VOR SKE zu drehen (Richtung Westen),
bei SKE DME 15 NM erneut eine Linkskurve um 180 Grad, dann östlich entlang des 294-Grad-Radials des VOR Kansai,
beim Erreichen dieses VOR war das Abflugverfahren beendet.
Höhenbeschränkung: Beim Überfliegen des 34-Grad-Radials des VOR Kansai musste eine Höhe von über 2500 Fuß gewährleistet sein.
Eigentlich ist es so: Nach dem Takeoff dreht das Flugzeug zur Lärmminderung über der Osaka-Bucht eine Runde und steigt stetig, erst nachdem eine gewisse Höhe erreicht ist, geht es über Land weiter (Überflug und Einflug).
Na gut, schauen wir uns einige Fotos aus dem Abflugverfahren an.
Beim Flug nach Westen entlang des 295-Grad-Radials von SKE blickt man von oben auf den Flughafen Kansai – man erkennt, dass der Flughafen aus zwei künstlichen Inseln im Meer besteht,
links die Runway 06R/24L und Terminal 1, rechts die Runway 06L/24R und Terminal 2.
Terminal 2 ist derzeit noch sehr klein, wird aber in Zukunft ständig erweitert.

Bei der Kurve von West nach Süden erneut ein Blick auf den Flughafen: Eine 5 Kilometer lange Brücke verbindet den Flughafen mit dem Festland,
das schmale Stadtgebiet von Osaka, ein schmaler Bergrücken, dahinter liegt Nara.

Bei der Kurve nach Osten erkennt man klar den anderen Flughafen – den ebenfalls auf dem Meer gelegenen Flughafen Kobe.
Von oben betrachtet liegt auch die Stadt Kobe zwischen Bergen und Meer, eine schmale Stadt,
zwischen Flughafen und Festland eine riesige künstliche Insel, am Hafen ragen hohe Gebäude in den Himmel, auf dem Meer ziehen Schiffe lange weiße Kielwasser – herrlich.
Zuletzt geht es wieder nach Norden, zurück über den Flughafen; aus dem linken Fenster sieht man die berühmte Akashi-Kaikyō-Brücke,
links der Brücke liegt Awaji-shima, dahinter beginnt das berühmte Seto-Inlandmeer.

Abflugverfahren beendet, das Flugzeug fliegt nun weiter nach Osten, wohl entlang der Luftstraße Y33 zum Flughafen Chubu Centrair (Nagoya). Unterwegs über Osaka, Nara und Mie; das Wetter war einfach zu gut, die Landschaft unendlich.
Osaka-Bucht und Osaka auf einen Blick:

Die Hochhäuser im Stadtzentrum von Osaka im Bezirk Umeda, in der Nähe der Flughafen Yao, in der Ferne der Flughafen Itami,
der Fluss Yodo, der sich durch die Stadt schlängelt, die Osaka-Burg inmitten von Grün – alles liegt vor Augen.
Der größte Spaß am Fliegen gegenüber dem Shinkansen ist diese Aussicht.

Die Berge von Nara und in der Ferne der Biwa-See (der größte Süßwassersee Japans)

Die Berge und die Küstenlinie von Mie – wo liegt wohl der berühmte Ise-Schrein?

Über Nagoyaprobably Einflug in die Luftstraßen Y33 und Y71, über Shizuoka und die Izu-Halbinsel geradeaus auf Ōshima zu.
Reisehöhe: 9400 Meter, Geschwindigkeit über Grund: 800 km/h.
Nach dem Überfliegen von Nagoya kamen dicke hohe Wolken auf, das Land war nicht mehr zu sehen, aber das Wolkenmeer war atemberaubend,
besonders als der Fuji-san erschien, wurde die Reise noch farbiger.

Danach begann der Sinkflug, durch die Sagami-Bucht, nach Chiba, die Wolken lösten sich.
Nach der Geländeform zu urteilen, war die Landung wohl das erwartete “ARLON”-Anflugverfahren; der Endanflug war wohl ILS 34L Zulu,

Das Flugzeug überquerte die Tokio-Bucht, in der Ferne kam das bekannte Yokohama Landmark Tower näher, gleich geht es zur Landung.

In der rechten unteren Ecke des folgenden Fotos ist der berühmte Spot für Flugzeugfotos am Flughafen Haneda zu sehen – der Ukishima-chō Park. Im Bildzentrum liegen die Kawasaki-Werke; vom Haneda-Terminal aus kann man oft Fotos von Flugzeugen vor diesem Kulisse machen.

Sanfte Landung,

Tokyo, ich bin wieder da.

Ende
- Oktober 2014 Nachwort JA04MC wurde am 25. September nach dem letzten Flug HND-KKJ 71 ausgemustert. Da es das letzte Flugzeug mit 144 Sitzen war, sind jetzt alle Passagierflugzeuge von Starflyer 150-Sitzer. Es heißt, dieses Flugzeug soll an die türkische Fluggesellschaft Freebird Airlines vermietet werden.