Notizen eines Flugsimulations-Enthusiasten

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Über die Handhabung der Trimmung

  1. Was ist Trimmung (Trim)? Die Trimmung ist eine Einrichtung zur Feinabstimmung der drei Steuerflächen (Querruder, Seitenruder, Höhenruder). Bei großen Flugzeugen sind normalerweise alle drei Einrichtungen vorhanden, bei kleinen Flugzeugen ist jedoch oft nur eine Höhenrudertrimmung installiert. Durch die Verstellung der Trimmklappen kann der Steuerdruck an den drei Steuerflächen auf Null gesetzt werden, sodass der Pilot keinen Steuerdruck spürt (Zustand “Trim Off”). Dies dient dazu, die Ermüdung beim Fliegen zu verringern. In diesem Zustand kann das Flugzeug auch dann stabil weiterfliegen, wenn der Pilot die Hände vom Steuerhorn nimmt. Im Folgenden werden die Methoden zur Trimmung hauptsächlich am Beispiel der Höhenrudertrimmung zusammengefasst.

  2. Die Notwendigkeit der Trimmung Viele Piloten sind der Ansicht, dass es während des Fluges eine gute Gewohnheit ist, den Steuerdruck spürbar zu halten.

Im Allgemeinen ist es bei Flugmanövern, die häufige Änderungen des Flugzustands erfordern – wie z. B. Kurven mit großer Neigung oder ständige Regelung der Gashebelposition – fast unmöglich, durch Trimmung einen vollständigen Trim Off-Zustand zu erreichen. Um die Grundmanöver nicht durch übermäßige Trimmung zu beeinträchtigen, ist ein gewisser spürbarer Steuerdruck hilfreich, um den Flugzustand besser zu erfassen. Besonders bei Kurven mit großer Neigung hilft es, im anfänglichen Rollzustand die Trimmung beizubehalten, um den Gegendruck am Steuerhorn besser spüren zu können. Wenn man zum Beispiel das Höhenruder trimmt, um den Bug anzuheben, aber beim Herausrollen (Roll Out) vergisst, die Trimmung zurückzunehmen, wird das Flugzeug stark anziehen und instabil werden. Daher sollte man bei scharfen Kurven auch bei schwerem Steuerdruck direkt über die Steuerflächen steuern.

Im Reiseflug oder bei stabilen Flugphasen ist es jedoch die richtige Methode, die Trimmung aktiv zu nutzen, um den Steuerdruck auf Trim Off zu bringen. Fliegen ist schließlich kein Krafttraining, und der Pilot kann mehr Aufmerksamkeit auf die Beobachtung von Wetter und Verkehr richten, was die Flugsicherheit erhöht.

  1. Grobtrimmung (Rough Trim) Als Grobtrimmung (Rough Trim) bezeichnet man die Methode, die Trimmung bei Änderungen von Geschwindigkeit, Höhe und anderen Parametern kontinuierlich grob anzupassen, um den Steuerdruck zu verringern. Wenn der Pilot also spürt, dass Steuerdruck entsteht, kann er das Trimmrad jederzeit grob verstellen, um den Druck abzubauen.

Ein Beispiel: Beim Übergang vom Reiseflug in den Langsamflug – vom Herausnehmen des Gashebels über das Ausfahren von Fahrwerk und Landeklappen bis zur Stabilisierung der Geschwindigkeit – kann man die Trimmung mehrfach grob anpassen, bis Trim Off erreicht ist. Natürlich wäre es ideal, dies in einem Zug zu schaffen, aber Anfänger verfügen oft noch nicht über genug Erfahrung; mehrere Anpassungen sind daher unproblematisch. Mit zunehmender Erfahrung wird die Anzahl der nötigen Verstellungen sinken.

  1. Nachtrimmung (Re-trim) Jedes Mal, wenn das Flugzeug seine Fluglage verändert hat und einen stabilen Zustand erreicht hat, sollte die Trimmung nachjustiert werden, sodass das Flugzeug auch bei losgelassener Steuerung die aktuelle Haltung beibehält. Dieser Vorgang heißt Re-trim. Beispiele sind der Übergang vom Steigflug in den Reiseflug oder vom Reiseflug in den Sinkflug.

Re-trim bezieht sich in der Regel auf die präzise Trimmeinstellung, die nach mehreren Grobtrimmungen vorgenommen wird, um schließlich den Trim Off-Zustand zu erreichen. Eine Nachtrimmung während eines Kurvenflugs oder anderer manueller Haltungsänderungen macht keinen Sinn; in diesen Phasen sollte direkt über die Steuerflächen gesteuert werden.

Auch im Landeanflug lässt sich die Nachtrimmung anwenden. Da im Sinkflug Geschwindigkeit und Haltung stabil sind, ist die Verwendung von Re-trim bis zum Endanweg (Final Approach) möglich und empfehlenswert. Wichtig ist jedoch, nicht überzutrimmen (Over Trim). Wenn beispielsweise der Anstellwinkel zu groß eingestellt ist und im letzten Ausschweben Druck nach unten gegeben werden muss, um das Flugzeug zum Aufsetzen zu bringen, wäre das ein falscher Manöver. Auch bei einem Durchstarten (Go Around) ist Vorsicht geboten: Wenn der Gashebel auf Maximum steht, kann es sonst zum Strömungsabriss (Stall) kommen. Daher sollte beim Durchstarten keinesfalls vergessen werden, die Trimmung wieder auf den Startwert zurückzunehmen.

  1. Trimmgesteuertes Fliegen Wenn Steig- und Sinkflug nicht primär über das Höhenruder, sondern ausschließlich über die Trimmung gesteuert werden, kann dasselbe Ziel erreicht werden. Diese Methode wird auch Trimmsteuerung genannt. Der Vorteil liegt darin, dass die Trimmung im Vergleich zur direkten Steuerung feinfühligere und sanftere Eingriffe ermöglicht. Zudem kann bei mechanischen Fehlern am Höhenruder allein mit der Trimmung ein sicherer Rückflug durchgeführt werden. Die Trimmung ist also eine wirksame Steuereinrichtung.

  2. Voreingestellte Trimmung Die meisten Flughandbücher enthalten Empfehlungen für die Trimmwerte bei Start und Landung; in der Checkliste gibt es daher meist einen Punkt “Trim Set”. Beim Endanweg (Base/Final) wird beispielsweise das Ausfahren des Fahrwerks verlangt und gleichzeitig die Höhenrudertrimmung auf 10 eingestellt. Der Wert “10” ist natürlich ein Richtwert, der je nach Situation durch Trimmung so angepasst werden sollte, dass der Steuerdruck verschwindet.

  3. Trimmung nach Ausfahren der Landeklappen Im Anflug werden die Landeklappen ausgefahren: Die Auftriebskraft nimmt zu, der Nickwinkel wird größer, und der Bug beginnt anzuheben. In dieser Phase nicht trimmen, da die Fluglage noch nicht stabil ist. Richtig ist es, den Steuerknüppel zu drücken und den Nickwinkel um etwa 2–3 Grad zu senken. Erst nach vollständiger Ausfahrt der Landeklappen (das dauert einige Sekunden) sollte der Steuerdruck wieder vorsichtig reduziert werden. Wenn die Fluglage stabil ist, kann bei Bedarf getrimmt werden. Wichtig: Jetzt nicht den Gashebel zurücknehmen; nach dem Ausfahren der Klappen erhöht sich der Luftwiderstand – ein Zurücknehmen des Gashebels wäre in dieser Phase gefährlich.

Für Nutzer von Flugsimulationen ohne ausführliches Handbuch empfiehlt es sich, jeden Flugzeugtyp vorher testzufliegen und die entsprechenden Trimmwerte für verschiedene Flugphasen zu notieren. Ich verwende derzeit dieses Trimmrad (Saitek Pro Flight Cessna Trim Wheel) – eine Kooperation von Saitek und Cessna. Seit fast zwei Jahren im Einsatz, ist die Qualität sehr gut.

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